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Wissenswertes

Vogelspinnen (Theraphosidae) sind eine Familie in der Unterordnung der Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae) mit etwa 900 bisher beschriebenen Arten in 116 Gattungen. Vogelspinnen traten bereits im Karbon vor 350 Millionen Jahren auf. Ihr Lebensraum sind vorrangig tropische bis subtropische Klimazonen.
Ihren deutschen Trivialnamen „Vogelspinne“ verdanken sie wahrscheinlich der berühmten Naturforscherin und Künstlerin MARIA SIBYLLA MERIAN. Ihre Eindrücke von einer Reise nach Surinam veröffentlichte sie 1705 in dem Werk „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“. Auf Seite 18 ist darin eine Illustration zu finden mit einer großen Spinne, die, auf einem Ast sitzend, einen Kolibri verspeist. Dies inspirierte wiederum CARL VON LINNÉ 1758 eine Spinne mit dem wissenschaftlichen Namen Aranea avicularia zu beschreiben (heute: Avicularia avicularia).
Avicularia wurde hierbei vom lateinischen “Avis” abgeleitet, zu Deutsch “Vogel”. Als  LAMARCK, ein französischer Zoologe, erkannte, das die Vogelspinne nicht zu den Spinnen der Gattung  Aranea (heute: Araneus) gehörte, da diese Gattung nur Radnetz-Spinnen umfasst, wurde aus dem Artnamen Avicularia der Gattungsname.



Die meisten Vogelspinnen zählen zu den Nacht- bzw. Dämmerungsaktiven Tieren. Sie erstellen nicht wie andere Spinnenarten Fangnetze, sondern werden den Lauerjägern zugeordnet. Zu ihrer Beute zählen überwiegend Insekten, große Arten machen aber auch vor Mäusen, kleinen Schlangen oder Eidechsen nicht halt. So haben sich bei der Terrarienhaltung Heimchen oder Wüstenheuschrecken, die in unterschiedlichen Größen über den Fachhandel bezogen werden können, als Standartfuttertiere bewährt. Die Größe der Futtertiere sollte so bemessen sein, das sie ohne Probleme von der Spinne überwältigt werden können, also keine Futtertiere, die größer als die Spinne sind. Als Faustregel gilt: Ausgewachsene Tiere bekommen einmal pro Woche 2-3 Futtertiere. Die Futtermenge sollte unbedingt gesteuert werden, da einige Arten alles fressen, was vor ihrem Unterschlupf auftaucht und dies zu einem übergroßem Hinterleib führen kann, dessen Haut dann bis zum Zerreissen gedehnt wird. Ein Sturz, selbst aus geringer Höhe, kann dann das Schicksal der Spinne besiegeln.

In der Natur halten sich Vogelspinnen überwiegend in ihrem Unterschlupf auf, ihre ruhige Lebensweise wird nur von Beutefang, Paarung und dem wahrscheinlich anstrengensdem Vorgang in ihrem Leben, der Häutung, unterbrochen. Zur Lebenserwartung in der freien Natur existieren kaum gesicherte Werte, im Terrarium können weibliche Tiere bis zu 20 Jahren alt werden. Berichten zufolge sollen Weibchen der Gattung Brachypelma Smithi ein Alter von 25 Jahren erreicht haben. Spinnenmännchen werden nicht so alt, sie erreichen je nach Art ein Alter zwischen 4-13 Jahren.

Bei der Größe der Vogelspinnen zeigen sich erstaunliche Unterschiede: Theraposa Blondi-Weibchen zum Beispiel können eine Körperlänge von 11cm und einen Beindurchmesser von über 30 cm erreichen. Dagegen sieht ein Exemplar der nordafrikanischen Art Ischnocolus mit einer Körperlänge von gerade mal 1,5 cm wie ein Winzling aus.  Spinnenmännchen  sind meist kleiner und zierlicher gebaut als die Weibchen.

 



Folgende Fachwörter sollte man kennen...
 
Abdomen Hinterleib
Adult geschlechtsreif
Bulbus Begattungsorgan des Männchen
Carapax Deckel des Kopf-Brust-Stückes
Cephalothorax Vorderkörper
Chelizeren Beißklauen mit Grundglied
Coxa 1. Beinglied vom Körper an
Exuvie abgeworfene Haut
Femur 3. Beinglied vom Körper an
Fresshaut (FH) Die vollentwickelte Nymphe bezeichnet man als die 1.Fresshaut. Mit jeder Häutung erhöht man die Nummer der Fresshaut : 1. FH, 2. FH, 3. FH, ...
Labium Unterlippe
Metatarsus 6. Beinglied vom Körper an
Opisthosoma Fachlich richtige Bezeichnung des Hinterleibs
Palpen Taster
Patella 4. Beinglied vom Körper an
Prosoma Fachlich richtige Bezeichnung des Vorderleibs
sp. / spec. / species Spezies oder Art. Beispiel: Brachypelma spec. = Eine unbekannte Art der Gattung Brachypelma
Spermathek weibliche Samentasche
Tarsus 7. Beinglied vom Körper an
Tibia 5. Beinglied vom Körper an
Trochanter 2. Beinglied vom Körper an

 


 


Bedeutung der Zahlen


1. Zahl = Anzahl der Männchen
2. Zahl = Anzahl der Weibchen
3. Zahl = Anzahl der geschlechtlich unbestimmten Tiere.

1.0 (oder 1.0.0)  =  Männchen

0.1 (oder 0.1.0)  =  Weibchen

also bedeutet zB. 0.1.6: 1 Weibchen und 6 unbestimmte Tiere einer Art




 


Sind Vogelspinnen giftig?

Ja! Vogelspinnen sind giftig. Ihr Gift ist jedoch für den Menschen nicht gefährlich oder tödlich. Ein Biss wird häufig mit dem Stich einer Biene verglichen. Allergiker sollten jedoch sehr vorsichtig sein. Bei ihnen kann es unter Umständen zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der auch zum Tode führen kann. Darum sollte man, wenn man Allergiker ist, besonders vorsichtig mit den Tieren umgehen. Bis heute sind jedoch keine Todesfälle durch einen Vogelspinnenbiss bekannt.


Was tun nach einem Biss?

Als Erstes sollten Sie unbedingt die Vogelspinne wieder sicher in einen Behälter oder in ihr Terrarium setzen. Danach sollte die Wunde unbedingt desinfiziert werden, da ein Biss tiefe Wunden hinterlassen kann und sehr schmerzhaft ist. Außerdem kann die die Gefahr einer Blutvergiftung bestehen. Bei Symptomen jeder Art sollte zudem ein Arzt zur Kontrolle aufgesucht werden. Dieser sollte dann wissen, welche Spinne gebissen hat.


Kann man Vogelspinnen auf die Hand nehmen?


Ja! Es gibt Arten, die man auf die Hand nehmen könnte. Jedoch wird davon prinzipiell abgeraten, denn zum einen setzt man das Tier unnötigen Stress aus, zum anderen geht man die Gefahr ein, gebissen zu werden. Auch kann es dann sein, dass das Tier aus der Hand auf den Boden fällt. Dabei kann sich die Spinne tödlich verletzen.


Kann man mit Vogelspinnen spielen?

Nein! Vogelspinnen sind reine Beobachtungstiere, mit denen man nicht spielen kann. Auch bauen diese Tiere keinen Bezug zum Menschen auf, wie zum Beispiel Hunde oder Katzen. Man kann ihnen auch nichts beibringen. Außerdem sollte man eine Vogelspinne nicht mit einem Stock, einer Pinzette oder Ähnlichem ärgern oder sie mit Wasser ansprühen oder anpusten. Dieses zählt im Allgemeinen bereits als Tierquälerei. Dich ärgert ja auch keiner mit einem Stock.


Wo findet man Infos über Vogelspinnen?

Das Internet bietet sehr viele Informationen., zB. über die einzelnen Arten, über die Haltung usw. Sehr zu empfehlen sind Internetforen wie: Arachnophilia.de , Svenheidrich.de, etc..
Informationen findet man auch in zahlreichen Büchern.


Wie aufwendig ist die Pflege?

Ist das Terrarium erst einmal eingerichtet, benötigen Vogelspinnen nur wenig Pflege. Adulte Tiere kann man einmal die Woche mit einem Heimchen füttern, zweimal in der Woche muss bei einigen Arten gesprüht werden, um die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zu halten und Futterreste müssen mit einer Pinzette aus dem Terrarium entfernt werden. Achtung: Nicht gefressene Futtertiere sollte man am Besten nach 2 Tagen wieder aus dem Terrarium heraus holen,  da sie sich häutenden Vogelspinnen gefährlich werden können.


Was fressen Vogelspinnen?

Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben und bei größeren Arten auch nestjunge Mäuse. Vogelspinnen können sich aber in der Regel ein Leben lang von Heimchen  ernähren, ohne dabei Schaden zu nehmen. Sie benötigen keine "abwechslungsreiche" Kost.


Wo bekommt man Vogelspinnen her?

Vogelspinnen bekommt man heutzutage in zahlreichen Zoofachgeschäften oder bei privaten o. gewerblichen Züchter oder auf Börsen. Beim Kauf in einer Zoohandlung sollte man jedoch aufpassen, dass man auch wirklich das Tier bekommt, das man haben möchte, da sich das Personal in einigen Zoohandlungen - wie ich selber schon feststellen musste - einfach nicht oder nicht richtig auskennt. Auch sind hier die Preise ein wenig höher angesetzt als bei einem Züchter. Desweiteren sollte man unbedingt darauf achten, dass man keinen Wildfang kauft. Dies sind zum Teil "Grammostola Rosea".


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